{"id":47,"date":"2010-09-27T10:52:40","date_gmt":"2010-09-27T10:52:40","guid":{"rendered":"http:\/\/test.heimatkunde-mv.de\/?page_id=47"},"modified":"2023-02-22T14:06:08","modified_gmt":"2023-02-22T14:06:08","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.geschichtsverein-mecklenburg.de\/?page_id=47","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"ma\" src=\"https:\/\/www.geschichtsverein-mecklenburg.de\/wp-content\/uploads\/matrikel2.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"145\" \/><\/p>\n<p>Einem Aufruf von Friedrich Lisch und Albrecht Bartsch vom Oktober 1834 folgend konstituierten am 17. Januar 1835 in Schwerin 48 Personen einen Verein f\u00fcr mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, einem der ersten seiner Art. Bis zum Ende des Gr\u00fcndungsjahres geh\u00f6rten dem Verein bereits 249 ordentliche, 44 korrespondierende und sechs Ehrenmitglieder an. Das Protektorat \u00fcbernahmen (bis 1918) die Gro\u00dfherz\u00f6ge beider Mecklenburg.<\/p>\n<p>Zum Vereinspr\u00e4sidenten wurde bis 1914 traditionell der mecklenburg-schwerinsche Staatsminister bzw. Ministerpr\u00e4sident gew\u00e4hlt, Vizepr\u00e4sident war h\u00e4ufig ein Regierungsmitglied oder ein anderer hoher Beamter. Schlie\u00dflich wurde es auch zur Tradition, den Vorstand bzw. Direktor des Geheimen und Hauptarchivs Schwerin zum Ersten Sekret\u00e4r, der gleichzeitig Herausgeber der Jahrb\u00fccher war, sowie einen weiteren Archivmitarbeiter zum zweiten Sekret\u00e4r zu w\u00e4hlen. Das h\u00f6chste Gremium des Vereins war allerdings die Generalversammlung, die das Pr\u00e4sidium und den gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Ausschu\u00df w\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Zu den Zielen des Vereins geh\u00f6rte die wissenschaftliche T\u00e4tigkeit in Form der Herausgabe der Jahrb\u00fccher und anderer Publikationsvorhaben wie den Mecklenburgischen Urkundenb\u00fcchern sowie der Sammlungst\u00e4tigkeit, die sich auf B\u00fccher, Bildwerke, arch\u00e4ologische Funde, Siegel und M\u00fcnzen erstreckte. Zu den weiteren Vereinsvorhaben z\u00e4hlten Vortragsabende und Sommerausfl\u00fcge.<\/p>\n<p>Der Erste Weltkrieg und das Ende der Monarchie wirkten sich sowohl auf die Mitgliederzahl als auch auf die Leitungsstruktur des Vereins aus. Die Vereinst\u00e4tigkeit litt jedoch vor allem unter der Inflation bzw. dem daraus resultierenden Geldmangel. Einen wirklichen Einschnitt bedeutete hingegen die nationalsozialistische Machtergreifung, die 1935 eine stark dem F\u00fchrerprinzip entsprechende Organisationsstruktur des Vereins und den Ausschluss der j\u00fcdischen Vereinsmitglieder nach sich zog. Noch gr\u00f6\u00dfere Auswirkungen zeigte der Zweite Weltkrieg: 1941 fand die letzte Hauptversammlung statt, im selben Jahr erschien mit dem 104. der vorerst letzte Band des Jahrbuchs, mit Beginn des Gesch\u00e4ftsjahres 1942\/43 wurde die Kassierung der Mitgliedsbeitr\u00e4ge eingestellt. Als ein SMAD-Befehl nach Kriegsende die Aufl\u00f6sung s\u00e4mtlicher Vereine verf\u00fcgte, war auch das juristische Ende des Geschichtsvereins besiegelt.<\/p>\n<p>In bewu\u00dfter Ankn\u00fcpfung an den alten Verein konstituierte sich Ende 1984 ein neuer Geschichtsverein als Arbeitsgemeinschaft unter dem Dach der Stiftung Mecklenburg in Ratzeburg, bei dem sich vier Mitglieder engagierten, die bereits vor 1945 dem Verein angeh\u00f6rt hatten. 1985 und fortan alle zwei Jahre erschien ein neuer Band des wissenschaftlichen Jahrbuchs.<\/p>\n<p>Als sich nach der politischen Vereinigung des geteilten Deutschland auch in Mecklenburg Interessierte fanden, die das Werk des Geschichtsvereins fortsetzen wollten, schloss sich die Arbeitsgemeinschaft mit ihnen zusammen. Die erste Mitgliederversammlung unter Beteiligung von 38 Personen fand am 16. November 1991 im Landeshauptarchiv Schwerin statt, das seitdem wieder als Gesch\u00e4ftsstelle des Vereins fungiert.<\/p>\n<p><em>Literaturhinweise:<\/em><\/p>\n<p><em>Albrecht Bartsch: Verein f\u00fcr Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, in: Freim\u00fctiges Abendblatt, 17. Jg., Nr. 849 vom 10.04.1835.<\/em><\/p>\n<p><em>Gerhard Heitz, Ernst M\u00fcnch: Der Beitrag der Jahrb\u00fccher des Vereins f\u00fcr mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde zur Erforschung der Geschichte Mecklenburgs, MJB 110 (1995), S. 193-209.<\/em><\/p>\n<p><em>Hauke J\u00f6ns, Thomas Lehmann (Hgg.): Mecklenburgs Humboldt:\u00a0 Friedrich Lisch. Ein Forscherleben zwischen H\u00fcgelgr\u00e4bern und Thronsaal, L\u00fcbstorf 2001 (Arch\u00e4ologie in Mecklenburg-Vorpommern, Bd. 2).<\/em><\/p>\n<p><em>Antje Koolman: Das \u201eWho is who\u201c des Geschichtsvereins \u2013 die Matrikelb\u00fccher, in: Mecklenburgische Jahrb\u00fccher 126 [MJB] (2011), S. 325-340.<\/em><\/p>\n<p><em>Antje Koolman: Pastor Albrecht Bartsch, Mitbegr\u00fcnder und 2. Sekret\u00e4r des Vereins f\u00fcr mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde sowie erster Anstaltsgeistlicher am Sachsenberg, in: MJB 137 (2022), S. 203-220.<\/em><\/p>\n<p><em>Ernst M\u00fcnch: Die &#8222;Mecklenburgischen Jahrb\u00fccher&#8220; im Lichte aktueller Forschungsaufgaben, in: Mecklenburgische Landesgeschichtsschreibung: Autoren, Werke, Intentionen. Vortr\u00e4ge zur Mecklenburgischen Landesgeschichtsschreibung, gehalten auf der Tagung des Landesheimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin 1999, S. 27-32.<\/em><\/p>\n<p><em>Ernst M\u00fcnch: Ein Vierteljahrhundert Landesgeschichtsforschung \u2013 die Mecklenburgischen Jahrb\u00fccher 1985-2010, in: MJB 126 (2011), S. 341-360.<\/em><\/p>\n<p><em>Hans-Heinz Sch\u00fctt: Friedrich Lisch \u2013 Initiator und Seele des Vereins f\u00fcr mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, in: MJB 125 (2010), S.209-224.<\/em><\/p>\n<p><em>Hans-Heinz Sch\u00fctt: Zur Geschichte des Vereins f\u00fcr mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, in: MJB 110 (1995), S. 169-192.<\/em><\/p>\n<p><em>Friedrich Stuhr: Hundert Jahre des Mecklenburgischen Geschichts- und Altertumsvereins \u2013 Ein R\u00fcckblick auf der Festsitzung am 22.06.1935, in: MJB 99 (1935), S. 239-260.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einem Aufruf von Friedrich Lisch und Albrecht Bartsch vom Oktober 1834 folgend konstituierten am 17. 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